Zuckerersatz und was man darüber wissen sollte!

Ist die Figur erst ruiniert - lebt's sich gänzlich ungeniert! © Kletr - Fotolia.com

Meist ist die Figur doch eigentlich der Grund, warum wir uns überlegen auf Zuckerersatz zurückzugreifen, denn als hochkalorisches Lebensmittel hilft Zucker bekanntlich nicht unbedingt beim Erhalt des Wohlfühl-Gewichts. Und auch für unsere Zahngesundheit sind Zuckerersatzstoffe oft die bessere Alternative als herkömmlicher Industriezucker. Doch wie kann man die Zuckeralternativen mit der Bezeichnung Stevia, Xylit & Co richtig einsetzen und wie gesund sind diese Zuckerzusatzstoffe tatsächlich für uns?



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Blutzucker und das Insulin

Besonders in Form von weißem Industriezucker ist die süße Versuchung problematisch, denn der verfügt über eine recht simple Molekülstruktur, die sich im Körper leicht aufspalten lässt. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel sehr schnell an und sinkt anschließend genauso schnell wieder ab. Der schnelle Abfall des Blutzuckerspiegels bewirkt, dass man sich müde und schlapp fühlt. Und: Um diesen unangenehmen Zustand zu korrigieren, wächst die Lust auf Zucker. Ein verhexter Kreislauf.

Befindet sich viel Zucker im Blut, wird auch verstärkt Insulin ausgeschüttet, um diesen zu verwerten. Wer seinen Stoffwechsel allerdings durch ein ständiges Auf und Ab des Blutzuckerspiegels überfordert, riskiert auf lange Sicht eine Insulinresistenz, die Vorstufe zum Typ-2-Diabetes.

Der empfohlene Zuckerbedarf einer Frau beträgt am Tag 50 Gramm, bei einem Mann sind es 60 Gramm, leider neigen wir dazu mehr Zucker zu konsumieren. Im Durchschnitt verputzen wir oft täglich ca. 90 Gramm Zucker. Uns ist das nicht mal bewusst, mal ein Löffelchen hier in den Tee, der Latte Machiato schmeckt ja auch nicht ohne Zucker


Altbekannt, aber leider wahr: Zucker ist schlecht für die Zähne Nicht nur Diätexperten und Ernährungsberater warnen vor Zucker; auch Zahnärzte halten in aller Regel wenig von Bonbons und Limonade. Das liegt daran, dass Zucker von den Bakterien im Mundraum zu Säure abgebaut wird. Diese Säure greift dann den Zahnschmelz an und Karies entsteht.



Gibt es auch gesunden Zucker?


Der unerwünschte Blutzucker-Effekt kann durchaus vermieden werden: Fructose beispielsweise hat weniger Wirkung auf den Blutzuckerspiegel. Besonders Diabetiker nutzen es gern in Maßen als Zuckerersatz – obwohl auch Fructose eine Zuckerart ist. An den Kalorien ändert sich leider gar nichts: Als Zuckerart enthält auch Fructose jede Menge Kalorien und ist nicht gerade förderlich für die Zahngesundheit.


Trehalose ist ein etwas komplexer aufgebauter gesunder Zucker, der einen eher moderaten Effekt auf den Blutzuckerspiegel hat, da er vom Körper etwas langsamer verarbeitet wird. Dasselbe gilt für natürliche Zuckerersatzstoffe wie Honig, Agavendicksaft, Rüben- oder Reissirup, die zudem etwas weniger Kalorien enthalten als Haushaltszucker und auch noch ein paar Nährstoffe mitbringen.


Zuckeraustauschstoffe: Süßen ohne Reue?

Zuckeraustauschstoffe wie Erythritol, Maltit, Laktit oder Xylitol/ Xylit haben keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und schädigen auch die Zähne nicht. Klingt gut? Ist es auch, aber nur, solange der jeweilige Zuckerersatz in Maßen konsumiert wird. Größere Mengen wirken fast immer abführend, sodass Zuckeraustauschstoffe vorrangig für Bonbons und Kaugummi verwendet werden, die man ja in der Regel nicht kiloweise futtert.


Süßstoffe als Zucker-Alternative

Zum Süßen ohne Zucker sind auch Süßstoffe sehr beliebt: Aspartam, Cyclamat, Saccharin oder Sucralose sind in der Regel frei von Kalorien, blutzuckerneutral und nicht kariogen. Verwendung findet der Zuckerersatz meist in zuckerfreien Softdrinks, es gibt ihn allerdings auch flüssig oder in Tablettenform zum Süßen von Desserts oder Heißgetränken. Zum Backen sind Süßstoffe leider nicht geeignet, da dort nicht nur die Süßkraft, sondern auch das Volumen von Zucker benötigt wird.


Wie gut ist Stevia?
Stevia ist ein Süßstoff aus den Blättern der Stevia-Pflanze, die allerdings mit viel Chemie traktiert werden müssen, um das süßende Steviosid zu gewinnen. Dafür ist Stevia recht unkompliziert in der Anwendung, so gibt es beispielsweise ein mit Mais-Dextrin versetztes Stevia-Produkt, das wie Zucker dosiert werden kann, den Temperaturen im Ofen problemlos widersteht und somit besonders gut zum Backen geeignet ist.


Wer Stevia als Zuckerersatz verwendet, sollte allerdings wissen, dass die Wirkung von Stevia auf den Körper noch nicht völlig erforscht ist; einige Wissenschaftler halten den Süßstoff sogar für krebserregend.

                                        Stevia Pflanze

                                                  Bild:© Zerbor - Fotolia.com - Stevia


Zuckerersatz: Die beste Strategie
Auch wenn sie bisweilen ganz sinnvoll sind und ganz nach Bedarf auch gut kombiniert werden können: Ganz ohne Nachteile ist keiner der verfügbaren Zuckerersatzstoffe. Am besten wäre es deshalb wohl, dem Süßhunger nicht ganz so oft nachzugeben und sowohl den Zucker als auch den Zuckerersatz eher sparsam zu verwenden.



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