Landesarbeitsgericht hat entschieden - Der Chef darf die Unterwäsche bestimmen

Bild:©Hunta - Fotolia.com

In rot und schwarz ist sie beliebt, aus Spitze oder in Seide findet so manch einer besonders verführerisch und laut dem Landesarbeitsgericht Köln hat jetzt sogar Ihr Chef bei der Farbwahl ein Wörtchen mitzureden! Die Rede ist von Ihrer Unterwäsche.

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Unterwäsche? Ja bitte! Farbe? Nein danke!
Der Betriebsrat eines Sicherheitsunternehmens, das am Flughafen Köln/Bonn Fluggastkontrollen durchführt, hatte gegen Vorschriften bezüglich einer Unterwäschepflicht und den Vorgaben zur Farbe der Unterwäsche von Mitarbeiterinnen geklagt. Was sich zunächst unverschämt anhört, ist laut Gericht jedoch bis zu einem gewissen Maße zulässig! Das Landesarbeitsgericht hält die Vorschriften zumindest teilweise für begründet. So können Chefs das Tragen von BHs, Bustiers oder zumindest Unterhemden vorschreiben, da diese "dem Schutz der vom Arbeitgeber gestellten Dienstkleidung und einem
ordentlichen Erscheinungsbild dienten". Des Weiteren soll die Unterwäsche entweder weiß oder hautfarbig sein oder der Arbeitnehmer muss bei farbiger Unterwäsche oder solcher mit Muster sicherstellen, dass sie nicht durch die Kleidung durchscheint.


Vorsicht Laufmasche!
Und auch bei anderen Kleidungsstücken darf der Arbeitgeber nun Einspruch erheben. Damen aufgepasst heißt es da, denn Feinstrumpfhosen und Socken dürfen keinerlei Muster, Nähte oder gar Laufmaschen aufweisen. Doch nicht nur Frauen sind von solch ungewöhnlichen Vorschriften betroffen. Auch Männer müssen ein gewisses Erscheinungsbild wahren und sollten daher immer mit frischgewaschenen Haaren und ordentlich rasiert zur Arbeit erscheinen. Doch zum Glück für einige der Herren muss ein ordentlich gepflegter Bart nicht abrasiert werden. Lediglich ein schludriger Dreitagebart darf vom Vorgesetzten verboten werden.


Farbenfreiheit für Ihre Nägel

Ein bisschen Freiheit wird den Arbeitnehmern dann aber doch zugestanden. Über die Farbe Ihrer Fingernägel dürfen Sie auch nach dem Gerichtsurteil noch selbst entscheiden, auch wenn die Länge der Nägel auf maximal 0,5cm über die Fingerkuppe hinweg begrenzt wurde. Dies beurteilte das Landesarbeitsgericht nicht als "unverhältnismäßige Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte", da es hierbei um die Sicherheit von Passagieren gehe, die bei Körperkontrollen durch zu lange Fingernägel Kratzer davontragen könnten. Auch Männern gesteht das Landesarbeitsgericht etwas Farben-Freiheit zu. So dürfen sie über ihre Haarfarbe selbst entscheiden und können nicht gezwungen werden ihre Haare nur in natürlichen Farben zu färben.


Wenn Sie sich also demnächst dazu entscheiden, Ihre Frisur oder Ihre Fingernägel mit ein bisschen Farbe aufzupeppen, ist selbst das Landesarbeitsgericht auf Ihrer Seite.



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