Kindererziehungszeiten - Sie werden Ihrer Rente angerechnet

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Kindererziehungszeiten heißt es im Fachjargon, wenn ein Elternteil eine Pause vom Arbeitsleben nimmt und sich ganz auf die Erziehung des Kindes konzentriert. Wer eine Auszeit im Sinne der Familie nimmt, muss leider auf seinen monatlichen Gehaltscheck verzichten. Aber bedeutet es auch, dass Ihnen dieser Zeitraum nicht auf die Rente angerechnet wird?

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Mama oder Papa zu sein ist auch Arbeit. Das hat zum Glück der Gesetzgeber erkannt. Deshalb nimmt er für junge Mütter oder Väter, denen Kinderziehungszeiten angerechnet werden, ein jährliches Durchschnittseinkommen an. Dieses liegt bei rund 30.000 Euro. Der Staat zahlt den monatlichen Rentenversicherungsbeitrag dieses Durchschnittsgehalts in die Rentenkasse ein. So haben Sie im Alter keine Nachteile, wenn Sie sich eine Auszeit für Ihr Kind genommen haben.

Im Sechsten Buch Sozialgesetzbuch können Sie folgende Regelungen im kryptischen Amtsdeutsch nachlesen. Wenn Ihr Neugeborenes einen Monat alt ist, beginnt die Kindererziehungszeit. Sie läuft über einen Zeitraum von drei Jahren. Diese Bestimmung gilt für Kinder, die am und nach dem 1. Januar 1992 geboren wurden. Für alle, die vor diesem Datum geboren wurden, wird Eltern dagegen nur ein Jahr lang Kindererziehungszeit angerechnet. Ein Rechenbeispiel: Das Durchschnittsgehalt liegt bei jährlich 31.000 Euro. Ihnen wird die Kindererziehungszeit für ein Jahr angerechnet. Am Ende bekommen Sie somit 26 Euro monatlich mehr Rente. Klingt gar nicht so schlecht, oder?


Nur welches Elternteil bekommt die Anrechnungszeiten? Mutter oder Vater? Die Gesetzeslage ist klar: Wer erzieht, dem wird auch die Erziehungszeit angerechnet, also in der Regel der Mutter. Jede Geburt wird den Meldestellen angezeigt und diese geben die Information weiter an die Rentenversicherung der Mutter. Wenn die Eltern nicht in Aktion treten, dann werden die Kindererziehungszeiten der Mutter angerechnet. Es ist aber durchaus möglich, die Anrechnungszeiten dem Vater zu übertragen.

Wenn Sie ein Adoptivkind oder ein Pflegekind groß ziehen, dann gelten die gleichen Reglungen wie für andere Eltern. Hier macht der Gesetzesgeber keine Unterschiede. An alle Beamten, die sich jetzt schon die Hände reiben: Schade, die Kinderziehungszeiten sind nur relevant für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer.



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