Mutterschutz - Eine Zeit mit besonderen Regelungen

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Eine Schwangerschaft ist eine ganz besondere Zeit und verdient einen ganz besonderen Schutz: den Mutterschutz. Die Vorfreude auf ein Kind ist in der Regel riesig und sollte nicht durch Sorgen rund um die Arbeitsstelle getrübt werden! Das dachte sich auch der Gesetzgeber und hat das Mutterschutzgesetz ins Leben gerufen. Das sorgt dafür, dass Schwangere und frische Mütter sich in Ruhe um ihr (ungeborenes) Kind kümmern können.

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Der Mutterschutz gilt für alle Arbeitnehmerinnen, gleich welchen Berufes oder Anstellungsart. Ob Vollzeit oder Teilzeit, haupt- oder nebenberuflich, Azubi oder Aushilfe – alle Frauen stehen gleichermaßen unter dem Mutterschutz. Dieser Schutz schließt vor allem Schutzfristen vor und nach der Geburt ein.

Schwangere dürfen daher 6 Wochen vor der Geburt nicht mehr arbeiten. Allerdings können Ausnahmen gemacht werden, wenn Sie als werdende Mutter unbedingt weiterarbeiten möchten. Zudem sind Sie auch bis 8 Wochen nach der Geburt noch von der Arbeit freigestellt. Diese Zeitspanne soll sicherstellen, dass Schwangere nicht bis 5 Minuten vor der Geburt noch arbeiten müssen – wie es noch im 19. Jahrhundert die Regel war!


Mutterschutz schützt vor Kündigung
Der Mutterschutz schützt jedoch nicht nur vor Überarbeitung, sondern auch vor Kündigung. Ab Beginn der Schwangerschaft bis 4 Monate nach der Geburt darf Ihr Arbeitgeber Ihnen nicht kündigen. Dies gilt auch in der Probezeit! Das heißt aber natürlich nicht, dass Sie nicht kündigen dürfen. Das dürfen Sie und sogar ohne besondere Fristen einhalten zu müssen. Voraussetzung für den Kündigungsschutz ist allerdings, dass Ihr Arbeitgeber von der Schwangerschaft informiert ist. Weiß Ihr Arbeitgeber bei der Kündigung nichts von der Schwangerschaft, so können Sie bis zwei Wochen nach Kündigungszugang die Schwangerschaft mitteilen und sich auf das Kündigungsverbot berufen. Unterschreiben Sie wegen der Kündigung einen Aufhebungsvertrag, ist die Kündigung allerdings wirksam. Ein Mitteilungszwang gegenüber Ihrem Arbeitgeber besteht für Sie nicht, aber wer seinen Arbeitgeber nicht über die Schwangerschaft informiert, der kann auch die Maßnahmen des Mutterschutzes nicht in Anspruch nehmen.

Dazu gehören nämlich noch mehr als Kündigungsschutz und Schutzfristen. Schwangere, die ihre Arbeit überwiegend im Stehen verrichten, haben beispielsweise ein Recht auf regelmäßige Sitzpausen. Darüber hinaus dürfen Schwangere auf der Arbeit nicht mit gesundheitsgefährdenden Stoffen in Berührung kommen. Dazu zählen neben Strahlen und Gasen auch Dämpfe und Staub.

Stillzeiten nach der Geburt
Nach der Geburt haben Mütter zudem einen Anspruch auf Stillzeiten von 1 Stunde pro Tag oder zwei halben Stunden.

Das Gesetz zum Mutterschutz bietet also rundum Schutz – den Müttern und – was noch viel wichtiger ist – den Kindern ebenso.

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