Mutterschutzgesetz gilt auch für Auszubildende

Bild:©contrastwerkstatt - Fotolia.com

Das Mutterschutzgesetz kommt in sieben Abschnitten mit insgesamt 24 Paragrafen daher. Und jeder einzelne dieser Paragrafen schützt die Rechte werdender Mütter in Arbeitsverhältnissen. Auch junge Schwangere, die sich in einer Ausbildung befinden, gehören dazu. Für sie ist dieses Gesetz essentiell, denn es macht möglich, Ausbildung und Schwangerschaft miteinander zu vereinen. Deinem Mutterglück steht als Azubine nichts im Weg.

Anzeige

Meldung an den Arbeitgeber
Wenn Du während Deiner Ausbildung schwanger wirst, bist Du dazu verpflichtet Deinem Arbeitgeber davon zu erzählen. Am besten Du erledigst das schriftlich. Dein Chef kann ein ärztliches Attest mit dem vorraussichtlichen Geburtstermin verlangen. Die Kosten für das Attest muss dann Dein Chef tragen.


Wann ist Schluß?
Anderthalb Monate vor der Entbindung kannst Du die Füße hochlegen und frei machen. Denn in dieser Zeit gewährt Dir das Mutterschutzgesetz Entspannung und Zeit für Dich. Wenn Dir Arbeiten besser bekommt, kannst Du das mit Deinem Arbeitgeber absprechen.


Die Arbeitszeiten während der Schwangerschaft
Das Mutterschutzgesetz bewahrt Dich vor schwangerschaftsunfreundlichen Arbeitszeiten. Maximal 8 1/2 Stunden am Tag darf eine Mama-to-be arbeiten. Unter 18-Jährige dürfen nur 8 Stunden am Tag am Schreibtisch sitzen. Wenn Du in der Gastronomie arbeitest gelten für die ersten vier Monate Deiner Schwangerschaft gelockerte Regeln; Du darfst bis 22 Uhr arbeiten. Im späteren Verlauf der Schwangerschaft gilt Nachtarbeitsverbot. Hier musst Du Dich ausruhen und einen Gang runterschalten.


Kündigungsschutz
Ein ganz besonderes Geschenk hält das Mutterschutzgesetz für Dich bereit. In der Zeit Deiner Schwangerschaft und vier Monate, nachdem der kleine Racker auf der Welt ist, stehst Du unter Kündigungsschutz. Wichtig für Dich und Deinen Engel sind die ersten Wochen nach der Geburt. Acht Wochen nach der Geburt gehören ganz Dir und Deinem Baby.

Mutterschutz berechnen - so gehts:
Den Mutterschutz berechnen kannst Du ganz leicht selbst: Sechs Wochen vor angeschlagenem Geburtstermin und acht Wochen danach stehen Dir zu. Der Mutterschutz ersetzt übrigens nicht Deinen normalen Urlaub. Dieser steht Dir trotzdem komplett zu.


Stichwort Zeit. Die ist so wichtig für Dich und Dein Wunschbaby. An einem 8-Stunden-Arbeitstag gesteht Dir der Arbeitgeber eine volle Stunde Stillzeit zu. Du muss die verpasste Arbeitszeit auch nicht hinten ranhängen und Überstunden machen. Nachdem die Mutterschutzfrist abgelaufen ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Du mit Deinem Arbeitgeber besprechen musst. Du kannst in Elternzeit gehen, Deine Ausbildungszeit verlängern und erst zum übernächsten Prüfungstermin Deine Prüfung ablegen oder in die Teilzeitausbildung gehen. Natürlich kann Dein Kleiner Racker auch tagsüber betreut werden, während Du Deine Ausbildung beendest. Deine Eltern, Großeltern, Dein Partner, Tagesmütter oder eine Krippe kommen hier in Frage.


Das Mutterschutzgeld
Die Mutterschutzfrist bedeutet keine finanziellen Einbußen für Dich. Du bekommst das gleiche Nettogehalt wie drei Monate bevor die Schonzeit begann. Die Krankenkassen steuern 13 Euro pro Tag zum Mutterschaftsgeld dazu; Dein Arbeitgeber muss den Restbetrag leisten. Vergiss nicht bereits vor der Entbindung Kindergeld für Deinen Nachwuchs bei der Krankenkasse oder der Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes ( zählt nur bei privater Krankenversicherung oder einem 400,- Euro Job) zu beantragen.


Elterngeld
Unabhängig vom Mutterschaftsgeld kannst Du übrigens das Elterngeld beantragen. Wenn Du Dein Ausbildung unterbrichst, um Dich um Deinen kleinen Schatz zu kümmern, bekommst Du 12 Monate lang zwei Drittel Deines vorherigen Nettoeinkommen als Unterstützung. Als Auszubildende verdienst Du noch nicht so viel, dass zwei Drittel Deines Gehaltes zum Leben reichen, deshalb hat der Gesetzgeber mindestens 300 Euro als monatliches Elterngeld für Geringverdiener angesetzt. Und dann gibt es noch die sogenannten Vätermonate - zwei Monate, die auf Deinen Elternurlaub angerechnet werden. Eingeführt wurden sie, damit auch Papi Zeit mit dem Sprössling verbringt. Insgesamt hält der Mutterschutz also eine Reihe von Paragrafen bereit, die Dir das Leben als werdende Mutter super einfach machen.

Diesen Artikel bewerten:
(1)

Was meinst du zum Thema?

comments powered by Disqus