Rücksendekosten - Das ändert sich für alle am 13. Juni

Müssen wir ab sofort die Rücksendekosten selbst tragen? © Syda Productions - Fotolia.com

Auch wenn der Warenkorb beim Online-Shopping wieder mal ein bisschen voller wurde als geplant: Über die Rücksendekosten musste man sich bisher kaum Gedanken machen. Zum schicken Kleid kamen dann noch ein Paar Schuhe und ein passender Gürtel, dann vielleicht noch ein bis drei Blusen aus dem Sale und Jeans kann Frau ja eigentlich immer brauchen. So unbekümmert kann jedoch nur einkaufen, wer eine Rücksende-Option hat und die Retoure nicht bezahlen muss. Ab gehört dieses sorglose Einkaufen leider der Vergangenheit an. Eine neue EU-Richtlinie ist schuld. Sie erlaubt den Onlinehändlern, die Kosten für die Rücksendung der Artikel auf den Kunden abzuwälzen. Doch zum Glück machen da nicht alle Shops mit.


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Im Grunde ist es ja nur vernünftig, sich beim Online-Shopping den Warenkorb so richtig voll zu packen: Probiert werden kann nun einmal erst zu Hause, und wer will schon eine komplett neue Bestellung inklusive Versandkosten aufgeben, nur um dann herauszufinden, dass das Kleid auch eine Nummer kleiner noch immer nicht so richtig sitzt? So kommt es zu Auswahlbestellungen mit mehreren Modellen, Größen und Farben: Im Prinzip holt man sich ein komplettes Sortiment zum Probieren nach Hause.


Warenwert 40 Euro, das fällt jetzt weg!
Was aus Sicht der Kundinnen sinnvoll ist, kann allerdings für den Handel ein ziemliches Problem darstellen, denn die Rücklaufquoten sind enorm – und damit auch die Kosten, die für das Hin- und Herschicken anfallen, denn natürlich ist so eine Retoure nicht kostenlos, nur weil man als Kundin nicht dafür bezahlen braucht. Die Rücksendekosten haben bisher die Shops übernommen, nicht gerade klaglos, aber doch ohne Probleme, denn die Gratis-Rücknahme war gesetzlich vorgeschrieben, sobald der Warenwert über 40 Euro lag.


Die neue EU-Richtlinie ab 13. Juni 2014
Mit der neuen EU-Richtlinie 83/2011, die am 13. Juni 2014 in Kraft trat, könnte sich da allerdings einiges verändern, denn diese erlaubt den Online-Shops, die Rücksendekosten ihren Kunden zu überlassen. Es kann jetzt also passieren, dass man die Versandkosten bei Retouren selbst zahlen muss.


Informiere Dich genau vor der Online-Bestellung, damit Du nicht böse erwachst
Vor dem Shopping-Spaß sollte man sich in Zukunft also informieren, wie es der jeweilige Shop mit den Rücksendekosten hält. Einige haben bereits angekündigt, die Gratis-Retoure auch in Zukunft anzubieten; dazu gehören Amazon und Zalando, die Online-Abteilungen von Deichmann, Douglas und H&M sowie die Otto-Group, zu der neben Otto unter anderem auch Bonprix, Heine, Mytoys und Sportscheck zählen.


Die großen Versandhäuser machen zum Teil nicht mit - Ein Glück für uns
Wer bevorzugt bei großen Versandhäusern kauft, hat vergleichsweise gute Chancen, dass die Shops auch weiterhin die Rücksendekosten tragen. Hier zählt die Gratis-Retoure mit zum Kundenservice; dementsprechend haben in einer Umfrage der Uni Regensburg auch nur zwölf Prozent der größeren Unternehmen angegeben, den Rückversand in Zukunft nicht mehr übernehmen zu wollen. Wie gewohnt kommt dann mit der Ware auch gleich ein Formular, mit dem man den Widerruf der Bestellung oder von Teilen davon erklären kann. In manchen Fällen kann man sich damit sogar bis zu 30 Tage Zeit lassen.


Wer gern in kleineren Online-Shops einkauft, könnte jetzt hingegen Pech haben, denn von denen planen laut Umfrage 86 Prozent, die Rücksendekosten in Zukunft ihren Kunden zu überlassen. Je nachdem, wie groß und wie schwer die Rücksendung ausfällt, können da durchaus schon mal zehn Euro oder mehr fällig werden.


Wie man darauf als Kundin reagieren möchte, bleibt jeder selbst überlassen: Natürlich gibt es die Möglichkeit, nur noch dort zu bestellen, wo die Rücksendung gratis ist. Andererseits sind es oft gerade die kleinen Shops, die schicke und ausgefallene Sachen im Angebot haben, sodass es vielleicht auch eine gute Option ist, die Bestellung ein wenig zu reduzieren auf die wirklich vielversprechenden Teile.


Auf jeden Fall aber sollte man vor dem Klick auf "Zur Kasse gehen" wissen, wer eine eventuelle Retoure bezahlen wird, denn schließlich will man sein Geld ja statt in Rücksendekosten in tolle Ware investieren.



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