Giveboxen die Schenken und Teilen verbreiten - eine geniale Idee

Hier gibt's was zu verschenken - die Givebox in Berlin© Givebox.net

Die Wegwerfgesellschaft war gestern, heute gibt es Giveboxen. Von Berlin aus hat sich die Idee der "Nimm-Gib-Häuschen" über die gesamte Republik verbreitet und darf auch gern noch weiter Schule machen. Du hast Dinge zu Hause, die du persönlich nicht mehr brauchst, die andere aber noch gut verwenden könnten? Dann ab in die Givebox damit. Ähnlich wie ein Umsonstladen, der allen offensteht, verbindet die Givebox die Idee der Nachhaltigkeit mit der des Schenkens und Teilens. Und: Du musst nicht bedürftig sein, oder einen gleichwertigen Gegenstand mitbringen, um dich in der Givebox zu bedienen. Einzige Bedingung ist, du darfst nichts mitnehmen, um es später weiterzuverkaufen. Eine sympathische, sehr soziale Idee und wahrscheinlich genau deswegen ein Riesenerfolg.

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Givebox. Was ist das denn?

Jede Givebox ist im Grunde nur eine Holzbox am Straßenrand. Etwas größer als eine Telefonzelle und üblicherweise mit einer Kleiderstange und ein paar Regalbrettern ausgestattet. Je nach künstlerischem Geschick, Zeit und Lust der jeweiligen Givebox Gründer, kann sie sowohl schlicht, aber auch ein wahres buntes Kunstwerk sein. Wichtiger jedoch ist die Idee, die dahinter steckt: Über Giveboxen kannst du ganz unkompliziert Sachen verschenken, die du selbst nicht mehr benötigst, die aber viel zu schade wären, um sie wegzuwerfen. Im Gegenzug freuen sich andere über ihre neu erworbenen Schätze. Vielleicht sind gerade die Dinge, die du ausmistet, Sachen, nach denen andere schon lange gesucht haben.

Entstanden ist die Idee der Giveboxen übrigens in Berlin. Die erste Givebox Deutschlands steht in der Steinstraße in Berlin-Mitte. Die Initiatoren allerdings wollen anonym bleiben, denn schließlich geht es bei den Giveboxen viel eher um den sozialen Gedanken dahinter, als um die Leute, die sie erfunden haben. Inzwischen wurde die Idee auch in vielen weiteren Städten umgesetzt. Vorreiter ist Düsseldorf, wo mittlerweile schon neun Standorte zum Stöbern nach Geschenken einladen. 


Wie das Prinzip der Giveboxen funktioniert

Bei den Giveboxen geht es ganz einfach darum, Dinge, die du nicht mehr brauchst, anonym zu verschenken. Einfach so. Weil es Spaß macht, nett zu sein und anderen eine Freude zu machen. Das Verfahren ist denkbar einfach: Wenn du beispielsweise Schuhe oder alte Kleidung verschenken möchtest, dann stell sie in die Givebox oder hänge sie dort auf die Kleiderstange. Das ist alles. Die nicht mehr getragenen Klamotten warten dann in der Givebox, bis ihnen jemand ein neues Zuhause geben möchte. Wer mag, kann auf der entsprechenden Facebook-Seite noch einen Hinweis hinterlassen, dass sich etwas Neues in der Givebox befindet, Pflicht ist das aber nicht.

Und was gehört da rein? 

In die Givebox kannst du alles stellen, was dort von der Größe hineinpasst, in gutem Zustand ist und noch nutzbar. Du kannst dort nicht nur Kleidung oder Bücher verschenken. Auch Hausrat, Kosmetik, Spielzeug, Deko, CDs und alle anderen schönen Dinge, die dir beim Ausmisten zu Hause sonst noch zwischen die Finger kommen, sind in der Box richtig. 


Der Vorteil der Geschenkebüdchen

Wer nicht mehr Gebrauchtes wie etwa Kleidung verschenken möchte, hat grundsätzlich auch noch andere Möglichkeiten. Immer öfter sieht man zum Beispiel in Häusereingängen kleine Ansammlungen von Dingen, die ein freundlicher Nachbar für seine Mitmenschen zum Mitnehmen abgestellt hat. Auch über die Geschenkebörsen im Internet kannst du deine ausrangierten Dinge an andere abgeben. Der große Vorteil der Giveboxen aber ist, dass es total unkompliziert ist. Du musst nirgendwo ein Benutzerkonto anlegenund auch nicht warten muss, bis sich ein Interessent einfindet. Dazu kommt noch, dass in der Givebox wirklich alles untergebracht werden kann, auch wenn es sich nur ein Paar Schnürsenkel oder sonst eine klitzekleine Kleinigkeit handelt. Irgendjemand freut sich vielleicht genau über diese winzige Kleinigkeit.

Daneben ist auch der soziale Aspekt nicht zu vernachlässigen. Giveboxen werden meist in Eigeninitiative von Privatleuten erstellt und organisiert und stehen meist in Wohngebeten. Das fördert die Nachbarschaft, neue Bande werden geknüpft und über die ausgetauschten Sachen kommst du vielleicht sogar mit Leuten ins Gespräch, die du vorher nur vom Sehen kanntest.

Gibt es Regeln fürs Mitmachen?

Grundsätzlich nein. Über Giveboxen kannst du sowohl andere beschenken, als auch dich selbst beschenken lassen. Wer etwas mitnehmen möchte, darf das tun. Ganz einfach so. Punkt. Oft verstehen Menschen das Prinzip der Givebox falsch. Wenn dir etwas in der Givebox gefällt, dann nimm es mit. Du musst dazu weder "bedürftig" sein, noch musst du vorher etwas in die Givebox gelegt haben.

Der eine oder andere hat da durchaus noch Hemmungen. Das ist völlig unbegründet. Mach dir einfach bewusst, dass die Sachen nur deshalb dort liegen, damit sie mitgenommen werden und jemandem eine Freude machen können. Ein Prinzip der Giveboxen solltest du aber immer befolgen: Was du mitnimmst, sollte nicht wieder weiterverkauft werden. Und stellst du Geschenke in die Givebox hinein, schau bitte zwei Wochen später nach, ob sich schon ein neuer Besitzer gefunden hat. Wenn nicht, nimm den Gegenstand bitte wieder mit nach Hause, damit immer genügend Platz für die folgenden neuen Geschenke bleibt.

Wo du Giveboxen findest

Standorte findest du in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und vielen weiteren großen und kleinen Städten. Unter www.givebox.eu lässt sich schnell herausfinden, wo die nächstgelegenen Giveboxen zu finden sind. Und das Prinzip der Giveboxen breitet sich auch über die deutsche Grenze hinaus aus: Eine erste Box ist mittlerweile in Zürich zu finden.

Bau deine eigene Givebox

In der Regel bauen mehrere engagierte Leute, denen die Idee gefällt, die Givebox in ihrem Stadtteil auf. Silke Roggermann beispielsweise, die die Givebox nach Düsseldorf importiert hat, hat sich zunächst ihre Unterstützer auf Facebook gesucht und dann über eine Online-Spendenplattform Geld fürs Baumaterial gesammelt. Beides hat nicht wirklich lange gedauert, denn die Idee wirkt ganz offensichtlich auf viele Menschen sehr anziehend.

Mittlerweile ist Facebook zum Dreh- und Angelpunkt für viele Givebox-Initiativen geworden.  Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, eine der Bring/Nimm-Büdchen in seiner Nachbarschaft aufzubauen, findet auf der Facebook-Seite von givebox.net alle nützliche Infos, inklusive einer Givebox-Bauanleitung und Infoflyer.

Um den möglichen Standort des Büdchens abzuklären, empfiehlt es sich zum guten Schluss mal mit dem städtischen Ordnungsamt zu reden, ob von deren Seite irgendwelche Einwände bestehen. In der Regel ist das nicht der Fall, aber so bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. 

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