Stiftung Warentest - Kinderwagen im Test

Bild:©pandore - Fotolia.com

Bei Stiftung Warentest wurden 14 Kinderwagen getest: Das Ergebnis ist erschreckend! Zehn von vierzehn getesten Kinderwagen sind "mangelhaft", kein einziger schneidet "gut" ab. Dabei wurden keine Billigprodukte, sondern Kinderwagen namhafter Hersteller unter die Lupe genommen.

Anzeige




Die meisten Kinderwagen sehen schick und modern aus. Doch der äußere Schein trügt. Stiftung Warentest zufolge stecken in den zehn mangelhaft getesteten Kinderwagen Schadstoffe, die krebserregend sind und die Fortpflanzung gefährden. Weichmacher und sogenannte PAK, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, heissen die Stoffe, die sich in Regenschutz, Griffen, Bezügen und in Gurten verstecken. Die Giftstoffe sammeln sich über längere Zeit im Körper an. Sie verursachen keine akuten Erkrankungen. Warum diese schädlichen Stoffe verwendet werden, ist nicht verständlich. Denn Stiftung Warentest konnte die Stoffe nicht in allen Kinderwagen gleichermaßen finden.


Viel erstaunlicher ist aber folgendes. Einen ähnlichen Warentest gab es bereits vor Jahren. Auch hier alarmierten hohe Schadstoffbelastungen Eltern und Medien. Nur in der Branche hat sich nichts getan. Das liegt daran, weil es keine gesetzlichen Vorschriften gibt. Ein Skandal! Für Puppenwagen und Kinderspielzeug mit Plastikanteilen gibt es strengere Vorgaben als für Kinderwagen, in denen die Kleinen aber mindestens genauso viel Zeit verbringen, wie mit ihren Puppen. Das soll mal einer verstehen. Die Prüfer des Stiftung Warentest (08/2009) haben in ihrem Test die Vorgaben für Kinderspielzeug als Standard angesetzt. Ein Kind spielt auch im Kinderwagen herum, nimmt beispielsweise einen Gurt oder Griff in den Mund. Genauso kommen ja auch Eltern mit den schadstoffbelasteten Materialien in Kontakt.


Umtausch ausgeschlossen. Wer einen Quinny Speedi SX, Gesslein Future I loop oder Maxi-Cosi Mura 4 hat, muss auf die Kulanz des Herstellers hoffen. Dies sind nämlich die Schlusslichter des Testes. Die Kinderwagen sind verkehrstauglich und können daher nicht umgetauscht werden. Der Wagen mit der geringsten Schadstoffbelastung ist Hartan Topline S.

Wer denkt, dass nur Weichmacher und PAKs ein Problem bei den Kinderwagen sind, der täuscht sich. Die getesten Kinderwagen von Stiftung Warentest sind zusätzlich nur unzureichend für Kinder geeignet. Beim Herlag-Modell gibt es keine Regenhaube. Beim Emmaljunga-Wagen hält der Regenschutz keinem Schauer stand. Der Quinny Speedi SX ist auch nur bei schönem Wetter einsatzbar; er hat keinen Windschutz. Die Kindersitze und Tragetaschen der meisten Modelle sind zu schmal und klein. Die Rückenlehnen unbequem.

Am besten haben Cameleon von Bugaboo und der Wagen Teutonia Mistral S abgeschnitten. Beide Kinderwagen haben die Note 3,2 bei Stiftung Warentest erreicht. Der Bugaboo ist mit 910 Euro das teuerste Modell im Test. Der Wagen von Mistral kostet nur 550 Euro. Bei beiden Wagen können sich Eltern leicht prellen, wenn sie die Handbremse lösen. Das sind ja schöne Aussichten! Der Mistral ist etwas schwerer und unhandlicher als der Bugaboo. Dessen Multifunktionsgelenk ist aber nicht besonders belastbar.


Hier geht es zum Testergebnis der Kinderwagen von Stiftung Warentest. Und hier finden Sie eine Tabelle aller getesteten Kinderwagen samt Testurteil.



Diesen Artikel bewerten:
(0)

Was meinst du zum Thema?

comments powered by Disqus