Taschengeld - Welche Höhe ist angemessen?

Welche Höhe ist angebracht?© grafikplusfoto - Fotolia.com

Wenn es mal wieder Streit ums Taschengeld gibt, hilft ein objektiver Blick in die sogenannte Taschengeldtabelle mehr als der liebe Nachwuchs, der Stein und Bein schwört, dass alle Freundinnen und Freunde viel, viel mehr bekommen. Denn eins ist klar: Selbst wenn du gefühlt den halben Monatslohn bei den Kids ablieferst, ist das aus deren Sicht ganz eindeutig viel zu wenig. Ein objektiver Blick auf das beliebte Streitthema ermöglicht erste Friedensverhandlungen.

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Warum das Taschengeld sinnvoll ist

Auch wenn viel darüber gestritten wird: Ganz grundsätzlich ist Taschengeld für ein Kind sinnvoll. Es dient dazu, frühzeitig den Umgang mit Geld zu lernen und einzuüben. Kids, die Taschengeld bekommen, wissen: Geld kann man nur einmal ausgeben. Und wenn man nicht aufpasst, ist es ganz schnell weg. Reißt man sich hingegen mal ein paar Monate lang ein bisschen zusammen und kauft nicht gleich alles, was einem gerade über den Weg läuft und verlockend aussieht, kann man sich am Ende vielleicht auch mal einen größeren Wunsch erfüllen.

Ab wann sollte es Taschengeld geben?

Wer früh anfangen möchte, kann bereits Vierjährigen regelmäßig kleine Geldbeträge auszahlen – natürlich keine Unsummen. Wichtig ist allerdings, dass das Kind bereits ein wenig rechnen kann und beispielsweise weiß, dass zehn einzelne Cent-Stücke denselben Geldwert haben, wie eine Zehn-Cent-Münze.

Wöchentliches Taschengeld für Grundschüler

Die Taschengeldtabelle, die einheitlich als Empfehlung des Jugendamtes zur Vergügung gestellt wird, geht davon aus, dass bis zu einem Alter von neun Jahren das Taschengeld wöchentlich ausgezahlt wird.Grund: Für Grundschüler ist ein ganzer Monat ein unüberschaubarer Zeitraum. Sie wären in ihrer Planung schlichtweg überfordert.  

Etwa von der fünften Klasse an ist es dann an der Zeit, das Organisationstalent deines Kindes etwas mehr zu fordern. Jetzt kannst du ihm das Taschengeld monatlich auszahlen.

Nicht zu viel und nicht zu wenig

Aber was ist nun zu viel und was zu wenig? Der Betrag sollte grundsätzlich so bemessen sein, dass dein Kind nicht an chronischer Geldnot leidet und auch Freiräume zum Sparen hat. Muss es ständig mit jedem Cent rechnen, besteht die Gefahr, dass es den Spaß am Geld komplett verliert. Andererseits darf das Kind natürlich nicht das Gefühl haben, dass Geld quasi unbegrenzt zur Verfügung steht. Zum einen entspricht das in der Regel nicht der Realität, außer du heißt vielleicht Rothschild oder Krupp :-), zum anderen kann dein Kind so natürlich nicht lernen, mit Geld umzugehen.

Taschengeldtabelle des Jugendamtes als Orientierungshilfe

Bei der Frage, wie viel Taschengeld angemessen ist, hilft die Taschengeldtabelle mit einigen Richtwerten weiter. Natürlich kann davon auch abgewichen werden, wenn das Familienbudget die genannten Summen einfach nicht hergibt oder im Umfeld des Kindes andere Beträge üblich sind. Unterhalten wir uns mit unseren Kindern, sind alle anderen Eltern angeblich weitaus spendabler. Lass dich von diesen kleinen Tricks nicht beeinflussen und frag doch einfach mal nach. Klugerweise aber nicht die Freunde deiner Kids, sondern gleich deren Eltern.

Was darf vom Taschengeld gekauft werden?

Die Höhe des Taschengelds bemisst sich natürlich auch daran, was die Kinder damit bestreiten sollen. Die Beträge der Taschengeldtabelle sind unter der Voraussetzung errechnet, dass Eltern alles Notwendige wie Kleidung oder Schulausstattung zur Verfügung stellen. Das Taschengeld selbst ist für Dinge wie kleine Spielzeuge, ein gelegentliches Eis oder Zeitschriften gedacht. Kurz: Taschengeld ist also für Extras, die dein Kind vielleicht nicht unbedingt braucht, aber trotzdem gerne hätte.

Freie Fahrt beim Ausgeben?

Bei der Verwendung ihres Geldes sollten Kinder freie Hand haben. Das bedeutet auch, sich eine entsprechende Bemerkung zu verkneifen, wenn man die Anschaffung des fünfundvierzigsten Filly-Tütchens vielleicht nicht ganz so sinnvoll findet. In solchen Fällen lernen Kinder viel eher aus Erfahrung – etwa, wenn sie dann aufs Eis verzichten müssen, weil der Geldbeutel nichts mehr hergibt.

Erste Regel: Verlässlichkeit
Auch wenn die Versuchung groß ist, einem bockigen Teenager als Erstes mal das Taschengeld zu streichen. Pädagogisch sinnvoller ist es, wenn das Taschengeld verlässlich ausgezahlt und nicht als Erziehungsmittel missbraucht wird. Verlässlichkeit bedeutet im Übrigen auch, dass Kinder ihr Taschengeld pünktlich bekommen sollten und nicht das Gefühl haben, es sich jeden Monat aufs Neue erbetteln zu müssen.

Zweite Regel: Konsequenz
Wie auch sonst in Sachen Kindererziehung ist beim Taschengeld Konsequenz nötig. Ist das Geld schon zur Monatsmitte weg, gibt es keine Sonderzahlung. Wird der ausbezahlte Betrag nämlich immer wieder nach Lust und Laune aufgestockt, hilft die beste Taschengeldtabelle nicht und der Lerneffekt für dein Kind bleibt aus.


Die Taschengeldtabelle mit den Empfehlungen vom Jugendamt:

 

Alter  Höhe Zahlung
unter 6 Jahre                 0,50 Euro      wöchentlich
6-7 Jahre     1,50 -   2,00 Euro      wöchentlich
8-9 Jahre     2,50 -   3,00 Euro      wöchentlich
10-11 Jahre   12,00 - 16,00 Euro      monatlich
12-13 Jahre   17,50 - 22,00 Euro      monatlich
14-16 Jahre   23,00 - 35,00 Euro      monatlich
17-18 Jahre   41,00 - 62,00 Euro      monatlich




 

 

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